Tag: web 2.0

Google+: Bin ich schon drin?

“Wir sind ja noch nicht ‘mal auf Facebook – verpassen wir jetzt etwa auch auf Google+ den Anschluss..?” Bleich war der Kollege aus der Kommunikationsabteilung eines Unternehmens, als er sein vermeintliches Dilemma beschrieb. Noch ein soziales Netzwerk, bei dem man dabei sein muss? Noch ein neues, ungewohntes Terrain? Wie, bitteschön, soll man es beackern?

Quelle: istockphoto.com/GiorgioMagini

Zugegeben, “Google+” ist nach wie vor ein Hype-Thema in der schillernden Web 2.0-Welt – und hat in der Tat einige attraktive Features zu bieten (inbesondere das Prinzip der Nutzerkreise und der Grad der Verknüpfung mit den jeweiligen Sites). Und gut 100 Tage nach dem Start ist es heute endlich soweit: Google+ hat sich für Unternehmen und Marken geöffnet. Klar, dass die Features weiterer erfolgreicher Google-Töchter jetzt die Fantasie anregen: Man denke nur an die Customization-Möglichkeiten der Corporate Channels auf YouTube oder die Detailtiefe eines Analysetools wie Google Analytics. Eine Kombination solcher und anderer Dienste für das neue soziale Netzwerk könnte Unternehmen in der Tat eine hoch attraktive Plattform bieten – und Facebook, das in punkto Designmöglichkeiten und Tracking recht statisch und altbacken daherkommt, ernsthaft Konkurrenz machen.

Aber gemach, gemach: Google+ ist trotz 40 Millionen Mitgliedern nach wie vor in der Testphase – und die “Google+ Pages” für Firmen sind es erst recht. Bis auf Weiteres lautet also die Devise: Durchatmen, das Blut weiter zirkulieren lassen und das Projekt nüchtern beobachten. Für Aktionismus und Torschlusspanik besteht jedenfalls kein Grund!

Oliver Chaudhuri
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Skyfire: Flash-Videos auf dem iPad

Ich oute mich jetzt mal mit einer Peinlichkeit: Sonntags, 18.50 Uhr, ist bei mir traditionelle Bügelzeit… und jawohl, dazu läuft die “Lindenstraße”.

(Quelle: skyfire.com)

(Quelle: skyfire.com)

Manchmal allerdings verpasse ich eine Folge. Große Klasse: Über die Website der Fernsehserie kann ich nachträglich schauen, ob Mutti Beimer wieder vor lauter Aufregung Spiegeleier gebraten hat. Nachteil hier wie bei vielen anderen Seiten und Angeboten: Es handelt sich um Flash-Videos, und die lassen sich eigentlich nicht über das iPad abrufen – obwohl doch gerade auf Bahnfahrten Zeit und Muße für solche Videos vorhanden wäre…
Abhilfe leistet der Skyfire-Browser, der Flash-Videos ins HTML5-Format umwandelt und dadurch das Abspielen auf iPad oder iPhone ermöglicht. Die Bildqualität ist auch nach wie vor akzeptabel – und die 3,99 Euro bei iTunes sind mir Mutter Beimer allemal wert…

Oliver Chaudhuri
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Utopie? Satire? Oder doch Tatsachenbericht?

Als er vor fünf Jahren mit der Arbeit an seinem aktuellen Roman begann, wollte der russischstämmige New Yorker Autor Gary Shteyngart eigentlich eine bitterböse Satire auf Amerikas Gesellschaft und Politik schreiben. Dass beim Erscheinen von „Super Sad True Love Story“ (das Original erschien 2010, die deutsche Übersetzung im Juli 2011) die Realität seiner Utopie so dicht auf den Fersen sein würde, hat er wohl selbst nicht erwartet.

(Quelle: Amazon)

„In einer sehr nahen Zukunft – nächsten Dienstag, wer weiß?“ Amerika liegt am Boden. Hoch verschuldet bei der Kapitalistischen Volksrepublik China, gefangen in einem aussichtslosen Krieg gegen Venezuela, taumelt das Land seinem gesellschaftlichen, politischen und finanziellen Kollaps entgegen. Die einzig valide Währung ist der Yuan gekoppelte Dollar, und nur wer genug davon besitzt (und vor allem bereit ist, es auch auszugeben!) wird von der Übergangsregierung hofiert, der Rest vegetiert in den Slums im Centralpark dahin.

Der digitalisierte Mensch ist gläsern

Konsum ist Pflicht, genauso wie Jugend. Der Erfüllung dieser Pflicht kann sich niemand entziehen, denn über den „Äppärät“ (einer Art iPhone 10?), den jeder bei sich trägt – ja tragen muss – wird nicht nur alles gespeichert, es ist auch für jeden anderen sichtbar. Cholesterin- und ph-Werte, Vermögen, Kreditwürdigkeit – ein Klick auf den Äppärät und man weiß alles über sein Gegenüber. Wie öffentliche Pranger säumen „Kreditmasten“ die Bürgersteige, um den Bonitätsstatus desjenigen öffentlich anzuzeigen, der an ihnen vorbeigeht.

Stand, Ansehen und Identität werden bestimmt durch Konsumverhalten und Rankings wie etwa „Attraktivität“ oder „Fickfaktor“. Und wehe, man findet sich auf einer Liste wieder wie “100 Personen, die einem leidtun müssen”.

Die unabhängigen Medien sind ausgestorben

Kommuniziert, informiert und konsumiert wird über „GlobalTeens“, eine Art TwitterFacebookSkype. Unabhägige Medien gibt es nicht mehr, man zappt sich durch die zahllosen Streams, die andere User live senden oder man liest die New York Lifestyle Times. Die Sprache verkümmert zusehends zu Kürzeln wie LOL oder IGIMGK (Ich glaub’, ich muss gleich kotzen). Die Scham- und Moralgrenze sinkt stetig – durchsichtige „Onionskin-Jeans“ und nippelfreie BHs sind der letzte modische Schrei und über seine sexuellen Vorlieben und Aktivitäten spricht man emotionsloser und selbstverständlicher als über den Fettgehalt seiner letzten Mahlzeit.

Zwei Welten prallen aufeinander

Mitten in diesem New York der Zukunft lebt das ungleiche Paar Lenny Abramov und Eunice Park. Lenny, 39 Jahre alt, scheint aus einem vergangenen Jahrhundert zu stammen. Er liebt echte, gedruckte Bücher (von denen seine Freunde behaupten, diese würden stinken) und er liest sie sogar (während alle anderen Texte nur noch nach Informationen scannen). Und als sei das nicht schon skurril genug, schreibt Lenny auch noch ein Tagebuch. Als er Eunice trifft, verliebt er sich sofort in sie und ihre Jugend und beschließt, mit ihr zusammen unsterblich zu werden. An der nötigen Technik mangelt es nicht – schließlich arbeitet Lenny in der Abteilung „Posthumane Dienstleistungen“ einer Firma, die mittels Ernährungsdesign und Nanotechnologie („SmartBlood“) grenzenlose Lebensverlängerung an ein zahlungsfähiges Klientel verkauft.

Eunice dagegen ist ein Musterbeispiel ihrer Generation. Die 24jährige Tochter koreanischer Einwanderer ist konsumversessen, abgebrüht, jung und fast schon anorektisch schlank. Sie kauft ihre nicht-entflammbare Kleidung via Äppärät bei „Ass Luxury“ oder „Juicy Pussy“ und lebt auch sonst ganz in der virtuellen Realität von GlobalTeens.

Als im Centralpark plötzlich die Slums brennen werden ihre beiden Welten auf eine existenzielle Probe gestellt.

 

„Super Sad True Love Story“ ist abwechselnd komponiert aus Lenny Abramovs analogen Tagebucheintragungen und Eunice Parks digitaler GlobalTeens-Konversation. So erfährt der Leser ein und dieselbe Geschichte aus zwei völlig unterschiedlichen Perspektiven, Erlebniswelten und Medien. Durch diesen einfachen, wie wirkungsvollen Handgriff baut sich ein Sog auf, der dieses Buch zu einem echten Pageturner macht. Frei nach Tschechow und Tolstoi erzählt, vereint dieser Roman existenzielle Themen wie Liebe, Moral und Identität mit beklemmend aktuellen Ausblicken auf die Zukunft der Weltwirtschaft und die Generation Web 2.0 … 3.0 … 10.0 … Wann es soweit sein wird? Vielleicht schon nächsten Dienstag.

Tipp: Ein großer Teil der Klasse dieses Buches resultiert aus dem großartigen Sprachwitz und den Wortschöpfungen des Autors. Obwohl die deutsche Übersetzung von Ingo Herzke sehr gut ist, empfehle ich daher die Lektüre des englischen Originals.

Zum Autor: Gary Shteyngart wurde 1972 in Leningrad (St. Petersburg) geboren. Mit seinen jüdisch-russischen Eltern emigrierte er im Alter von sieben Jahren in die USA. Nach seinem Politikwissenschaftsstudium arbeitete er für verschiedene Non-Profit-Organisationen. Für seinen ersten Roman „Handbuch für den russischen Debütanten“ erhielt er u.a. den National Jewish Book Award for Fiction. „Super Sad True Love Story“ ist nach „Snack Daddys abenteuerliche Reise“ sein dritter Roman. Gary Shteyngart lebt und arbeitet in New York.

 

„Super Sad True Love Story“ von Gary Shteyngart und Ingo Herzke (Ü)
Rowohlt (15. Juli 2011)
Gebundene Ausgabe, 464 Seiten
ISBN-10: 3498064142
ISBN-13: 978-3498064143

Lars Dombrowski
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Mit Infografiken fürs Web 2.0 argumentieren

Chefs und andere Entscheider davon zu überzeugen, dass Social Media das nächste große Ding sind und jetzt die Zeit für mutige Schritte im Web 2.0 gekommen ist: Wer dies schon versucht hat, weiß, wie schwer das ist. Denn viele Entscheider sind selbst nicht im Web 2.0 unterwegs – manchmal liegt’s am Alter, aber nicht nur.

Glücklicherweise hilft das Web 2.0 auch bei der Lösung: 

Infografik B2B

(Quelle: www.pamorama.net)

Die Webseite www.pamorama.net bietet 65 attraktive, kreative und emotionale Infografiken zum Thema Web 2.0. Besser als man sie selbst je anfertigen könnte und ganz umsonst. Themen: Bedeutung der Social Media, Nutzung einzelner Channels in verschiedenen Ländern, Social Media-Strategie (“Building a Company with Social Media”), Marketing im Web 2.0, Mashing (“The Journey of a Tweet”), und und und. Informationen und Ideen ohne Ende.

Infografik Media Consumer

(Quelle: www.pamorama.net)

Wer diese Grafiken anschaut, lernt selbst viel und mit Freude. Die Grafiken lassen sich für eigene Zwecke adaptieren (bitte der Fairness halber Quelle nicht vergessen). Und vor allen Dingen stellen sie Fakten bereit, die auch Entscheider zum Nachdenken bringen.

Etwas Charme in der Darstellung kann gerade bei diesem Thema nicht schaden!

Jörg Pfannenberg
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Willkommen auf unserem Blog!

Die Schuster haben oft die schlechtesten Schuhe. Beim Thema Social Media traf das in letzter Zeit auch auf JP│KOM zu. Zwar erhält unser Buch “Corporate Communications im Web 2.0″ gute Kritiken. Und Unternehmen lassen sich in Sachen Social Media-Strategie und -Governance von uns beraten, wir unterstützen sie bei der Umsetzung. Nur wir selbst kamen über Corporate XING und ein bißchen Facebook nicht hinaus.

Zeit das zu ändern! In diesem Blog wollen wir ab sofort unsere Beobachtungen zu Kommunikationsthemen mit Ihnen teilen, über unsere Agentur und ihre Leistungen berichten, aber auch als Menschen mit ganz persönlichen Eigenschaften präsent sein. Und nicht zuletzt möchten wir den Austausch mit Ihnen verstärken: über Unternehmensstrategie und Kommunikation natürlich. Aber auch über das, was uns sonst noch interessiert.

Mindestens einmal die Woche werden meine Kollegen und ich auf diesem Blog neue Beiträge einstellen. Wir fangen mit vier Autoren an, weitere Mitarbeiter werden dazukommen.

Natürlich lebt so ein Blog auch von Ihrem Feedback. Ihre Meinung – ganz ungefiltert – interessiert uns! Auch Gastbeiträge sind willkommen. Wie Sie wissen, liegen die Grenzen beim Bloggen nur bei den üblichen Regeln für gutes Benehmen: nicht persönlich werden, keine Rechtsverletzungen, nicht anonym posten.

Wir freuen uns auf Ihr Feedback!

Jörg Pfannenberg
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