Es ist spät. Die Köpfe sind gesenkt. Doch keiner der Passagiere schläft. Sie schauen nach unten, verziehen keine Miene. Einige lassen ihre Augen immer wieder leicht von links nach rechts wandern. Andere schauen stur geradeaus, fokussieren dieses fahle Licht, das ihre Gesichter erhellt. Sie sind gebannt, fasziniert, entrückt. Ihre Smartphones sind interessanter als alles, was um sie herum passiert.

Den Blick gesenkt: Smartphones rücken bei der Mediennutzung immer stärker in den Mittelpunkt. (Quelle: Shutterstock)
So wie in der Frankfurter U-Bahn sieht es mittlerweile in öffentlichen Verkehrsmitteln in ganz Deutschland aus, nicht nur am Abend. Bücher, Zeitungen, Comics: Sie sind schon fast zu Exoten geworden, bei Pendlern wie bei Gelegenheitsfahrern. Und auch daheim, im Park oder am See gehört die Aufmerksamkeit vieler heute nicht mehr dem gedruckten Wort, sondern dem leuchtenden.
Markt wächst rasant
Smartphones wie das Samsung Galaxy S, dessen neueste Version jüngst vorgestellt wurde, sind seit ihrer Einführung auf einem fulminanten Siegeszug – in Europa wie in Amerika. In den Vereinigten Staaten gibt es mittlerweile fast 100 Millionen solcher Geräte, auf dem deutschen Markt sind es laut einer comscore-Studie immerhin schon mehr als 20 Millionen. Auch wenn dieser Wert stetig steigt, ist er – absolut gesehen – noch nicht allzu überwältigend. Es ist das Tempo, das beeindruckt.
Weltweit sind in den vergangenen fünf Jahren bereits mehr als 500 Millionen Smartphones ans Netz gegangen. Um 800 Millionen PCs zu verkaufen, brauchte es von 1981 bis 2000 noch knapp 20 Jahre. Damit wächst der Smartphone-Markt rund vier Mal schneller als damals der Computer-Markt. „Der Bedarf an Smartphones, Tablet-PCs und anderen Geräten für den mobilen Internetzugang wird auch in Zukunft weiterhin rasant wachsen“, prognostiziert der Branchenverband BITKOM.
Veränderung als Chance
Viele Unternehmen passen sich diesen Veränderungen bereits an – das ZDF vor kurzem mit der Optimierung seiner Internetseiten für die mobile Nutzung; das soziale Netzwerk Facebook mit dem Milliarden-Kauf der mobilen Foto-Community Instagram. Und auch PR muss sich verstärkt auf die neuen Konsumgewohnheiten einstellen. Pressearbeit wird damit keineswegs obsolet. Doch ausgerichtet auf die analoge Druckerpresse, von der sich der Begriff ableitet, ist die Arbeit immer seltener.
Formen und Inhalte müssen medienübergreifend funktionieren. Mobile Versionen von Unternehmens-Homepages gehören – gerade im angelsächsischen Raum – heute schon zum Standard. Denn in nicht weniger als vier Jahren, schreibt Morgan Stanley, wird über das Smartphone mehr gesurft als über den stationären PC. Damit dürfte auch die Videonutzung, die laut Morgan Stanley aktuell 69 Prozent des mobilen Datenverkehrs ausmacht, weiter steigen. Für PR eine große Chance, wenn man sie zu nutzen versteht. Wie Bewegtbild für strategische Kommunikation professionell eingesetzt werden kann, lesen Sie hier.

