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App oder Web: Das Internet wird mobil

Ob aktuelle Zugverspätungen oder ein schneller Preisvergleich im Laden – das mobile Internet gehört mittlerweile zum Alltag: Jeder dritte Internetnutzer surft mobil. Ein Drittel der mobilen Surfer hat schon mal etwas gekauft und drei Viertel der Nutzer in Deutschland verwenden Apps (Tomorrow Focus, Accenture, bitkom). Bei mir stehen die Apps “WhatsApp” und “Radroutenplaner Hessen” besonders hoch im Kurs.

Zwar können die meisten Webseiten auch problemlos mit Smartphones angezeigt werden, aber mal ehrlich: vier Menüebenen, lange Ladezeiten für Multimedia und kilometerlange Scrollbalken zwingen auch den geduldigsten Handynutzer in die Knie.

Es wird Zeit über ein mobiles Angebot nachzudenken. Stellen sich folgende Fragen:

  • Ist die relevante Zielgruppe überhaupt im mobilen Internet unterwegs? Wenn ja, wofür nutzt sie es?
  • Welche Kommunikationsziele sollen mit dem mobilen Angebot konkret erreicht werden?
  • Was ist sinnvoll: eine mobile Webseite, eine App oder beides?

 
Wir machen mobil …

Wie das mobile Angebot gestaltet wird, hängt von den Zielgruppen und vor allem den Zielen ab. Folgende Aspekte sollten bedacht werden:

  • Aktuelle oder personalisierte Information? Eine Webseite informiert den Nutzer eher allgemein und aktuell zu Unternehmen und Leistungen. Eine App ist hingegen gut geeignet, um Informationen und Services zu personalisieren, z. B. lokal begrenzt.
  • Spielerei und/oder Information. Will das Unternehmen sein kreatives und innovatives Image als Technologieführer pflegen, ist die App eine gute Wahl. Steht der Informationscharakter im Vordergrund, bietet sich eine Webseite an.
  • Kleine Hemmschwelle, große Aufmerksamkeit. Das Herunterladen von Apps stellt für den Nutzer eventuell eine Hemmschwelle dar – vor allem, wenn das Angebot kostenpflichtig ist. Dafür ist die Aufmerksamkeit beim Verwenden der App am Ende größer als beim Surfen auf einer Webseite.
  • Nutzen versus Aufwand. Eine App zu konzipieren und programmieren, ist aufwendiger als eine Webseite. Die mobile Webseite baut im besten Fall auf dem bestehenden Online-Auftritt auf und wird vor allem hinsichtlich Architektur und Usability angepasst.

Soweit meine ersten Ideen. Habe ich an alles gedacht?

Wibke Pörschke
E-Mail
 

Markieren statt schwadronieren

„Wo denn genau, Herr Chaudhuri?“ – „Da oben, ganz links.“ – „Seh` ich nicht…“. Kaum etwas ist so erquickend wie Telefongespräche ÜBER eine Website. Ein kurzer Hinweis auf einen Bug oder Tippfehler oder ein Verweis auf eine besonders übersichtliche Navigationslösung und Infografik – naturgemäß ist das ohne Screenshots immer etwas holperig.

(Quelle: scrible.com)

Wenn es doch einmal schnell gehen muss, hilft scrible. Mit diesem Tool lassen sich mit wenigen Mausklicks Passagen auf einer Website für andere User farbig markieren und kommentieren. Anschließend wird der Link mit den Anmerkungen einfach an beliebige User gemailt – schon sind alle Beteiligten beim nächsten Telefonat im Bilde. Das erleichtert die Abstimmung und Zusammenarbeit erheblich – und funktioniert mit jedem Browser von Internet Explorer über Firefox bis Safari.

Oliver Chaudhuri
E-Mail

Zite ist Geld

In der stürmischen See der Artikelflut im Web sind einige Apps mein sicherer Hafen: Favorit und einen Platz ganz oben links auf meinem iPad hat schon lange das Flipboard. Aus Tweets oder Facebook-Postings, Uploads und Links meiner Freunde und Follower generiert dieses kostenlose Tool ein attraktives und geordnetes „Social Web Magazine“ – inklusive Fotos, Videos und Teaser statt trister Linklisten.

(Quelle: zite.com)

Kürzlich hat eine weitere Applikation meine Neugier geweckt: Zite. Die Funktionsweise unterscheidet sich erheblich vom Flipboard. Das Tool hat den Anspruch eines „lernenden Magazins“, das sich durch meine Lesegewohnheiten selbst optimiert:

  • Nach der Installation verknüpfe ich das Tool mit meinem Twitter- oder auch Google Reader-Account – hieraus schöpft Zite erste Hinweise auf Themen, die mich besonders interessieren. Ein starkes Feature ist die zusätzliche Einbindung von Diensten wie Instapaper oder ReadItLater (Web-Beiträge markieren, clustern und zu einem späteren Zeitpunkt lesen).
  • Im zweiten Schritt kann ich aus vorgegebenen Kategorien wie „Finance“, „Social Media“ oder auch „Sports“ meine Favoriten küren. Gegebenenfalls ergänze ich mein Profil um weitere Suchworte, zum Beispiel „Public Relations“.
  • Aus diesem „Pool“ baut mir Zite mein personalisiertes Magazin, indem es im Netz nach entsprechenden Artikeln sucht, diese kategorisiert und mit Fotos und Teaser zum Weiterlesen anbietet.
  • Durch Artikelaufrufe und simple Bewertungen (Thumbs up/down) lernt das Tool, welche Themen mich interessieren – und verfeinert sukzessive die Suche bzw. die Artikelauswahl.

Ich werde die App die nächsten Wochen weiter intensiv nutzen und testen. Schnell erkennbarer Nachteil: Der Fokus liegt auf englischsprachigen Quellen bzw. US-Medien. Zudem befürchte ich, dass sich die Vorschläge von Zite zu sehr „verengen“ und monothematisch werden. Aber ich werde jetzt einfach mal schauen, wie gut der Algorithmus tatsächlich zu meinen Lesegewohnheiten passt…

Oliver Chaudhuri
E-Mail
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