Monat: Dezember, 2011

Berichterstattung in Zeiten der Krise

Hans Memling: Das Jüngste Gericht // Quelle: Wikipedia

Hans Memling: Das Jüngste Gericht // Quelle: Wikipedia

Fast jeden Tag prasseln neue Hiobsbotschaften auf uns ein: Anfang Dezember veröffentliche die FTD ein Dossier zum Euro-Sündenfall: „Europa am Abgrund“ hieß es und skizzierte das Worst-Case-Szenario eines baldigen Endes der Gemeinschaftswährung, schaurig bebildert mit dem Triptychon „Das Jüngste Gericht“ von Hans Memling.

Sind wir von den Horrorgeschichten aus der Wirtschaft abgestumpft? Empfinden wir Finanz-, Wirtschafts-, Verschuldungs-, Eurostaatenkrise zunehmend als Paralleluniversum? Mitnichten, die Ergebnisse einer Gemeinschaftsstudie der Universität Hohenheim und der ING-DiBa AG zeigen: Den Bürgern ist klar, dass die aktuellen Probleme rund um Euro und Staatsverschuldung nicht spurlos an Deutschland vorüberziehen werden. Eine deutliche Mehrheit der Befragten glaubt, dass die Krise uns noch lange beschäftigen wird (91 %) und ihr Höhepunkt noch nicht überschritten ist (70 %). Auch die persönliche Betroffenheit des Einzelnen ist hoch. Die Krise wird keinesfalls nur als Problem der internationalen Finanzmärkte wahrgenommen.

An Problembewusstsein mangelt es also nicht – umso mehr jedoch an Vertrauen. Weder den Verantwortlichen (Bundestag, EZB, Wirtschaftsakteuren etc.) noch den Berichterstattern schenken die Deutschen ihr Vertrauen. Zwar glauben die Bürger mehrheitlich, dass dem Thema in den Medien die nötige Aufmerksamkeit geschenkt wird (64 %). Jedoch trauen sie weder den präsentierten Fakten (41 %) noch den journalistischen Kommentaren (41 %). Es gibt allerdings auch Positives: Mehr möchten die Bürger bzw. Entscheider in der Wirtschaft über den Einfluss von Unternehmen auf Politik und Gesellschaft wissen (48 % bzw. 58 %) sowie über den reziproken Einfluss auf die Wirtschaft (43 % bzw. 46 %).

Gerade in der Krise ist es für Kommunikatoren wichtig, Wirtschaftsthemen gesamtheitlich zu denken. Nicht mehr die an der BWL orientierte Einzelbetrachtung eines Unternehmens, sondern die an der VWL orientierte Analyse von wirtschaftlichen Zusammenhängen muss im redaktionellen Mittelpunkt stehen. Wirtschaft ist eben kein Biotop, das losgelöst von politischen, sozialen und gesellschaftlichen Bezügen betrachtet werden kann. Wer diese verbreiterte Medienagenda richtig nutzt, wird im Kampf um öffentliche Unterstützung erfolgreicher sein.

Jörg Dörwald
E-Mail vCard Xing

Crowdfunding – Investieren 2.0

Crowdfunding

Quelle: Shutterstock

Kreative haben es nicht leicht – insbesondere, wenn kaum jemand weiß, wie kreativ sie sind. Dann wird oft die Finanzierung zur unüberwindbaren Hürde, die auch genialste Ideen im Keim erstickt. Schade eigentlich.

Crowdfunding lässt Visionen Realität werden: Über Plattformen wie Startnext, pling oder mySherpas investiert die Internetgemeinde in alles, was ihr gefällt: Musik- oder Film-Produktionen, Konzerte, soziale Projekte oder Veranstaltungen – oder besser gesagt: in den guten Willen des Anbieters, diese auf die Beine zu stellen. Nur wenn das Projekt innerhalb einer bestimmten Zeit genügend Investoren findet, zahlen die digital supporter tatsächlich ihren Beitrag und das Projekt wird realisiert. Oft sind die Investoren auch gleich die ersten Kunden: Als Prämie erhalten sie handsignierte DVDs oder CDs von Newcomern, Namensnennungen im Abspann von mitfinanzierten Filmen, Eintrittskarten oder Backstage-Pässe.

Wer die Schwarmfinanzierung für seine Projekte nutzen möchte, der muss elektronisch trommeln können: Erst durch die Weiterleitung des Links über Mails, soziale Netzwerke, Twitter etc. füllt sich der virtuelle Spendentopf. Und wer´s klug anstellt, vernetzt seine Profile und sammelt auf diese Weise nicht nur Gelder, sondern gleich auch zusätzliche Fans auf Facebook, MySpace etc.

Crowdfunding kann den Markteintritt erleichtern – es gilt jedoch das Alles-oder-Nichts-Prinzip: Nur wer den Schneeball ins Rollen bringt und die benötigte Summe für sein Projekt vollständig einsammelt, bekommt diese auch ausgezahlt. Wer das nicht schafft, kriegt nichts – die logische Konsequenz, wenn es dem Projekt oder dem Anbieter an der notwendigen Überzeugungskraft fehlt.

Nur etwas für Künstler und Weltverbesserer? Von wegen: Kürzlich hat sich das erste deutsche Startup-Unternehmen über die Crowd finanziert.

Anke Bihn
E-Mail vCard Xing

B2B-Unternehmen entdecken das Social Web

Quelle: Shutterstock

Auf welcher Facebook-Seite eines Unternehmens haben Sie zuletzt den „Gefällt mir“-Knopf gedrückt? Wahrscheinlich verkauft dieses Unternehmen Produkte an Endverbraucher – Autos, Schokoriegel oder fair-gehandelten Kaffee!? Wir denken schnell, dass hauptsächlich B2C-Unternehmen in sozialen Medien aktiv sind. Doch B2B wacht langsam auf …

Search Engine Optimization (SEO): Gefunden werden!
Für jedes Unternehmen ist es wichtig, in den Suchmaschinen auf der ersten Seite zu stehen und über die richtigen Schlagwörter gefunden zu werden. Accounts und Beiträge auf Social Media Platformen erscheinen in Suchergebnissen ganz weit vorne. Vor allem werden in Zukunft Google+ Aktivitäten stark in die Suchergebnisse des Suchmaschinen-Imperiums von Google einbezogen.

Kundenfeedback: Den Dialog mit dem Kunden suchen
Fundiertes Kundenfeedback ist Gold Wert – natürlich auch für B2B-Unternehmen. Echter Dialog zwischen Unternehmen und Kunden steigert die Transparenz und Authentizität. Produktinnovationen entwickeln sich oft aus konkreten Kundenwünschen. Um im Social Web erfolgreich zu sein, ist eine dialogorientierte Unternehmenskultur eine Grundvoraussetzung.

B2B-Kunden sind auch Social Media interessiert
Auch Mitarbeiter im B2B-Bereich informieren sich im Internet über potentielle neue Produkte und suchen neue Geschäftskontakte. Eröffnen Sie Ihren (potentiellen) Kunden einen weiteren direkten Kanal zur Kommunikation. Finden Sie heraus, wo sich ihre Kunden im Social Web unterhalten.

Employer Branding: Der moderne Arbeitgeber
Es wird immer schwieriger, qualifizierte Fachkräfte zu finden. Für viele Bewerber ist es ein wichtiges Kriterium, ob das Ziel-Unternehmen einen modernen Internetauftritt hat und damit professionell und zukunftsbewusst umgeht. Recruiting-Kampagnen im Social Web sind derzeit angesagt – vorzugsweise über Facebook und Youtube, eben dort, wo sich Fachkräfte von morgen heute aufhalten.

Zukunftsorientiert nach vorn
Im Zuge des globalen Medienhypes von Social Media ist „mit dabei zu sein“ auch immer ein Stück Prestigearbeit: Das Unternehmen präsentiert sich modern und zukunftsfähig. Ich bin überzeugt, dass sich das Social Web – anders als “Second Life” – nicht in Luft auflösen wird. Auch wenn einzelne Anbieter vom Markt verschwinden, kommen immer neue nach auf dem Weg ins Web 3.0 und Web 4.0.

Monitoring: Wer redet wo über mich?
Auch wenn sich Ihr Unternehmen entscheidet, vorerst keine eigenen Präsenzen im Social Web aufzubauen, sollten Sie zumindest sehen, was andere über das eigene Unternehmen oder Produkte sagen. Hier ist Social Media Monitoring, auch mit Unterstützung durch ein entsprechendes Tool, absolute Pflichtaufgabe.

DELL als Best Practice Modell
Der Computerhersteller DELL, als Beispiel für ein B2B2C-Unternehmen, gilt seit Jahren als bestes Beispiel im Social Web. Bekannt ist hier die Crowdsouring-Community „Ideastorm“: DELL bietet seinen Kunden mit Ideastorm schon seit 2007 eine Plattform an, auf der sie sich über DELL-Produkte austauschen.  Zudem motiviert DELL seine Kunden, eigene Produktideen online einzureichen. Dieses Konzept ist heute auch bei anderen Unternehmen sehr erfolgreich – z. B. bei Starbucks. Womit wir wieder beim Kaffee wären.

Ansgar Harmeier
E-Mail vCard Xing

Targobank: So geht Social Media heute ?!

Networking Nite zu Social Media im Finanzbereich

Networking Nite zu Social Media im Finanzbereich

Einige Banken bewegen sich bereits im Social Web. Vorne mit dabei: die Targobank. Pressesprecherin Tanja Janz stellte bei der Networking Nite vor, wie sie die Social Media Aktivitäten der Bank strategisch plant und operativ umsetzt.

Ziele: eine starke Marke, moderner Kundenservice und Employer Branding

Die Targobank nutzt bisher hauptsächlich Facebook und Youtube, weitere soziale Plattformen sollen folgen.

  • Einige Beispiele von erfolgreichem Kundenservice auf der eigenen Facebook-Seite zeigten schnell: Der persönliche Dialog mit den Kunden steht im Mittelpunkt – und das kommt gut an. Insbesondere dann, wenn die Bank auch auf Beschwerden schnell und transparent reagiert.
  • Viele Bewerber nutzen Facebook, um sich über die Targobank und den Bewerbungsprozess zu informieren. Im Rahmen des Employer Branding demonstriert die Targobank dem Nachwuchs unmittelbare Wertschätzung: Wir sind dort, wo auch Du aktiv bist.
  • Schließlich ist die Targobank eine sehr junge Marke. Da ist es natürlich wichtig, alle Kanäle zu bespielen und
    Tanja Janz, Pressesprecherin der Targobank

    Tanja Janz, Pressesprecherin der Targobank

    möglichst präsent zu sein, um die Markenbekanntheit und das Image zu stärken. Mit der Facebook-Community werden deshalb nicht nur Fragen zu „trockenen“ Finanzthemen diskutiert, sondern auch andere Aktivitäten eingebunden – zum Beispiel, das große Targobank Laufevent in Duisburg.

Mit über 6.900 Facebook-Fans und durchaus positivem Feedback sind Janz und ihr Social Media Team sehr erfolgreich.

Networking Nite Düsseldorf: Mitmachen!

Die Düsseldorfer Networking Nite bietet allen Interessierten und vor allem Berufseinsteigern regelmäßig die Möglichkeit, sich auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. In der Regel beginnt der Abend mit einem Fachvortrag über ein aktuelles und spannendes Thema. Der Veranstaltungsort wechselt dabei im Raum Düsseldorf. Die Networking Nite fand diesmal bei JP│KOM statt.

Ansgar Harmeier
E-Mail vCard Xing

Social Media Monitoring: Wie finde ich das passende Tool?

Social Media wird auch im Jahr 2012 ein Top-Thema bleiben. Die Evaluation von (PR-) Maßnahmen im Bereich Social Media ist allerdings nicht so einfach. Alle suchen nach dem perfekten Tool, das die Informationsflut strukturiert und auswertet. Eine sehr gute Übersicht über Tools für die Beobachtung und Analyse von Social Media liefert Medienbewachen.de.

In der einfachen Form eines Wikis werden hier nach und nach alle relevanten Anbieter von Social Media Monitoring Tools aufgenommen. Besonders hilfreich sind Screenshots der jeweiligen Benutzeroberflächen, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen, ohne eine Testversion des Tools installieren zu müssen.

Wiki für Social Media Monitoring Tools

Quelle: Medienbewachen.de

Eine rein quantitative Auswertung von Social Media Aktivitäten, wie z. B. die Anzahl der Facebook Fans oder Twitter Follower, ist schon bald zu wenig. In Zukunft geht es darum, Tools zu verwenden die beispielsweise auch die Stimmung und den genauen Inhalt eines Beitrags analysieren können. Negativ, neutral und positiv sind nur noch die Oberkategorien.

Bereits heute lässt sich Kundenfeedback auf Social Media Channels z. B. der Kategorie „leicht verärgert“ zuordnen. Die Technologie ist aber noch nicht allwissend und so braucht etwa die Analyse von ironischen Beiträgen immer noch den Menschen. Dennoch ist ein gut funktionierendes Social Media Monitoring Basis-Tool Pflicht für jedes Unternehmen – auch wenn es selbst noch gar nicht aktiv auf Facebook, Twitter, Youtube oder Google + ist.

Kunden und potentielle Kunden unterhalten sich im Social Web – auch über Ihr Unternehmen. Wir sollten Ihnen zuhören!

Ansgar Harmeier
E-Mail vCard Xing
  • Kategorien

  • Archiv