Komm spielen!

Ob Wiki, Forum oder Ideengarten, an sozialen Medien kommt heute in der internen Kommunikation kaum ein Unternehmen vorbei. Was die neuen Kanäle dem Unternehmen bringen, diskutierten letzte Woche Referenten und Gäste der K2-Tagung Interne Kommunikation in Köln. Alle reden mit – schön wär’s! Das Web 2.0 ist selten ein Selbstläufer. Wie schaffen wir es, dass möglichst viele Mitarbeiter mitmachen?

Spielerisch! „Gamification“ lautete eine Antwort von Keynote-Speaker Sean McNiven, Head of Communications Innovation and Technology bei SAP. Nach dem Motto „Spiel, Spannung und Informationen“ nutzt SAP den Spieltrieb der Mitarbeiter, um Wissen zu vermitteln und Beteiligung zu fördern – mit Erfolg.

Warum wir Spielkinder sind

SAP Rocketeer

SAP Rocketeer: Wer die Rakete richtig abfeuert, lernt mehr über das Unternehmen. (Quelle: enterprise-gamification.com)

Wenn der animierte Walldorfer Supermario von Wolke zu Wolke springt, poppen Fakten zum Unternehmen auf. Bei „Rocketeer“ erfährt das Spielkind im Mitarbeiter durch das Abfeuern von Raketen mehr über die SAP-Highlights des Jahres. Was motiviert einen Teamleiter trotz vollem Schreibtisch mit Kollegen um Punkte zu wetteifern? „SAPS“ – Status, Access, Power, Stuff – brachte McNiven die Formel hinter dem Erfolg der Spielerei auf den Punkt. Punktestand und Status sind im sozialen Firmennetz für andere sichtbar.

Derselbe Belohnungsmechanismus motiviert bei SAP zum Mitmachen im internen Web 2.0. Für jeden Beitrag, jeden Kommentar gibt es Punkte. So kann sich die „New Bee“ bis zum „Collaboration Hero“ hocharbeiten. Status kann aber auch eine im Netz öffentliche Wertschätzung durch Vorgesetzte und Kollegen sein.

Arbeitet der „Collaboration Hero“ noch?
„Haben die zuviel Zeit?“, fragten manche Teilnehmer bei all der Spielerei. Hat der „Collaboration Hero“ noch Zeit für seine eigentlichen Aufgaben? Offensichtlich. Die Produktivität im Unternehmen kann sogar steigen.  Eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey hinterlegt das Potenzial interner Social Media mit Zahlen: 30 % besserer Zugang zu Informationen, 30 % schnellerer Zugang zu internen Experten, 20 % höhere Mitarbeiterzufriedenheit.

Ernst machen mit der Spielerei
Informationsvermittlung und Wissensaustausch sind nur zwei Beispiele, wie Spielmechanismen die interne Kommunikation unterstützen können. Interessant ist, wozu der Spieltrieb motivieren kann, wenn es ernst wird, zum Beispiel in der Veränderungskommunikation. Welche Dynamik entfaltet Gamification, wenn Mitarbeiter mit Papierbooten Herausforderungen im Unternehmensumfeld umschiffen oder in einer Rallye das neue Leitbild erkunden? Wer nicht darüber nachdenkt, verspielt vielleicht eine Chance.

Mobiles Web: Kommunikation für unterwegs

Es ist spät. Die Köpfe sind gesenkt. Doch keiner der Passagiere schläft. Sie schauen nach unten, verziehen keine Miene. Einige lassen ihre Augen immer wieder leicht von links nach rechts wandern. Andere schauen stur geradeaus, fokussieren dieses fahle Licht, das ihre Gesichter erhellt. Sie sind gebannt, fasziniert, entrückt. Ihre Smartphones sind interessanter als alles, was um sie herum passiert.

Beschreibung

Den Blick gesenkt: Smartphones rücken bei der Mediennutzung immer stärker in den Mittelpunkt. (Quelle: Shutterstock)

So wie in der Frankfurter U-Bahn sieht es mittlerweile in öffentlichen Verkehrsmitteln in ganz Deutschland aus, nicht nur am Abend. Bücher, Zeitungen, Comics: Sie sind schon fast zu Exoten geworden, bei Pendlern wie bei Gelegenheitsfahrern. Und auch daheim, im Park oder am See gehört die Aufmerksamkeit vieler heute nicht mehr dem gedruckten Wort, sondern dem leuchtenden.

Markt wächst rasant
Smartphones wie das Samsung Galaxy S, dessen neueste Version jüngst vorgestellt wurde, sind seit ihrer Einführung auf einem fulminanten Siegeszug – in Europa wie in Amerika. In den Vereinigten Staaten gibt es mittlerweile fast 100 Millionen solcher Geräte, auf dem deutschen Markt sind es laut einer comscore-Studie immerhin schon mehr als 20 Millionen. Auch wenn dieser Wert stetig steigt, ist er – absolut gesehen – noch nicht allzu überwältigend. Es ist das Tempo, das beeindruckt.

Weltweit sind in den vergangenen fünf Jahren bereits mehr als 500 Millionen Smartphones ans Netz gegangen. Um 800 Millionen PCs zu verkaufen, brauchte es von 1981 bis 2000 noch knapp 20 Jahre. Damit wächst der Smartphone-Markt rund vier Mal schneller als damals der Computer-Markt. „Der Bedarf an Smartphones, Tablet-PCs und anderen Geräten für den mobilen Internetzugang wird auch in Zukunft weiterhin rasant wachsen“, prognostiziert der Branchenverband BITKOM.

Veränderung als Chance
Viele Unternehmen passen sich diesen Veränderungen bereits an – das ZDF vor kurzem mit der Optimierung seiner Internetseiten für die mobile Nutzung; das soziale Netzwerk Facebook mit dem Milliarden-Kauf der mobilen Foto-Community Instagram. Und auch PR muss sich verstärkt auf die neuen Konsumgewohnheiten einstellen. Pressearbeit wird damit keineswegs obsolet. Doch ausgerichtet auf die analoge Druckerpresse, von der sich der Begriff ableitet, ist die Arbeit immer seltener.

Formen und Inhalte müssen medienübergreifend funktionieren. Mobile Versionen von Unternehmens-Homepages gehören – gerade im angelsächsischen Raum – heute schon zum Standard. Denn in nicht weniger als vier Jahren, schreibt Morgan Stanley, wird über das Smartphone mehr gesurft als über den stationären PC. Damit dürfte auch die Videonutzung, die laut Morgan Stanley aktuell 69 Prozent des mobilen Datenverkehrs ausmacht, weiter steigen. Für PR eine große Chance, wenn man sie zu nutzen versteht. Wie Bewegtbild für strategische Kommunikation professionell eingesetzt werden kann, lesen Sie hier.

Der Wopp im Schafspelz

Timo Wopp in Aktion

Timo Wopp in Aktion

Timo Wopp ist nichts heilig – weder er selbst noch die Zuschauer. In seinem Programm „Passion“ coacht Wopp sein Publikum als selbsternannter „Experte für alles“ scharfzüngig und selbstironisch durch den Abend. JP | KOM besuchte Wopps „Mehrwertkabarett“ – ein Grenzgang zwischen Ehrlichkeit und Unverschämtheit.

„Dieser Abend wird euer Leben verändern!“, versprach Wopp bei der Düsseldorfer Premiere am 4. April vollmundig. Sein Publikum sieht Wopp als Patient, dem er das Geheimnis seiner Vollkommenheit anvertraut – vorzugsweise gegen „Bezahlung des Energieausgleichs“ (Bargeld). Wopp gibt sich als moderner Jesus. Kein Thema ist ihm zu groß – ob Wirtschaft, Politik, Kindererziehung oder Nationalsozialismus.

JP | KOM bei Timo Wopp

JP | KOM Mitarbeiter unterhalten sich über das Programm

Mit seinem Slogan „WWTT“ („Was Würde Timo Tun?“) coacht sich Wopp zwei Stunden um Kopf und Kragen, bis er am Ende selbst fast wahnsinnig wird. Dabei schwankt das Publikum kontinuierlich zwischen Verunsicherung und Spaß, Abneigung und Bewunderung. Wopps Witz liegt in ungewohnten, scharfsinnigen Blickwinkeln. Gerne schaut er auch mal von Oben auf sein Publikum. Frech illustriert er den Unterschied zwischen „sozialer Inkompetenz und asozialer Kompetenz“. Aber sich selbst schont er auch nicht: „Die Schweine von heute sind die Schinken von morgen!“ Bei dieser ungewöhnlichen Mischung aus Frechheit und Selbstironie fühlte sich das Team von JP | KOM gut unterhalten – manchmal blieb uns aber auch das Lachen im Halse stecken.

 
Maren Strübig
E-Mail
 

Online prägt Print – und umgekehrt

Das Internet hat unsere Lesegewohnheiten verändert. Kluge Magazin-Macher haben das erkannt und die Trends vom Bildschirm im Print adaptiert. Wer in Focus, Stern, Bunte & Co. blättert, findet verstärkt Online-Charakteristika:

(Quelle Shutterstock)

•    Hohe Selektivität: Der Nutzer bestimmt die Informationstiefe. Prägnante Zwischenheadlines, hervorgehobene Zitate und Zahlen fallen beim Überfliegen ins Auge. Wer mehr will, liest den Fließtext – oder geht ins Netz.
•    Infohappen: Verringerte Textmengen und die Aufbereitung eines Themas in vielfältigen Formen machen die Inhalte leicht verdaulich.
•    Visualisierung: Bild gefällt, Bewegtbild noch mehr. Bildstrecken, die wie ein Film Abläufe darstellen, zeigen, wie präsent der Trend zum Bewegtbild auch außerhalb des Internets ist.
•    Emotionalisierung: Hohe Ästhetik, tiefe Symbolik – Symbolbilder sprechen uns oft stärker an als das Explizite. Am stärksten bewegt uns der Mensch, ganz oder anthropomorph, z. B. nur Hände, Augen, Mundpartie. Selbst Text wirkt emotionaler, wenn er ins Bild eingebettet ist.
•    Dialog: Klassische Medien geben dem Austausch mit und zwischen ihren Lesern zunehmend Raum, zum Beispiel in der „ZEIT der Leser“ oder der NIDO „Familien Umfrage“.

Was in den Publikumsmedien gang und gäbe ist, setzt sich auch in Mitarbeiterzeitschriften durch. Denn die müssen sich an der Konkurrenz vom Kiosk messen. Gelungene Beispiele für die gezeigten Trends geben die Sieger des inkom Grand Prix.
So sehr die alten Medien auf das Neue schielen, in einem Punkt bleiben sie überlegen: Auf den hochwertigen und verbindlichen Charakter des „schwarz auf weiß“ Gedruckten wollen die Leser nicht verzichten. Deshalb übernehmen manche Online-Medien inzwischen für eine wertigere Anmutung Printcharakter: Schicke E-Zines und Flipbooks mit magazinähnlicher Gestaltung fallen auf in der schnelllebigen Onlinewelt.
Ob Online Print prägt oder umgekehrt, das ist oft nicht mehr zu erkennen. Entscheidend ist die Orientierung am Nutzer. Und der ist oft in beiden Welten unterwegs. Das Mashing, die enge crossmediale Vernetzung von Print- und Online-Inhalten, holt ihn da ab, wo er gerade unterwegs ist, und lockt ihn vom Print ins Web – und umgekehrt.

Social Media erfolgreich nutzen – DPRG Arbeitskreis tagte in Leverkusen

Chemiepark in Leverkusen

Chemiepark in Leverkusen, Quelle: Shutterstock

Wie wird der Launch einer neuen Unternehmens-Facebook-Seite erfolgreich? Welche rechtlichen Fallen lauern im Social Web? Was gilt es bei Social Media Guidelines zu beachten? Diesen Fragen widmete sich am vergangenen Freitag der DPRG-Arbeitskreis Digital Relations und Social Media bei der Currenta GmbH im CHEMPARK Leverkusen. Die Referenten klärten viele spannende Fragen rund um das Thema Social Media.

Mehr „Liker“ auf Facebook

Wie füllt sich ein neuer Facebook-Auftritt mit Leben? Auf jeden Fall gilt es, User aktiv einzubeziehen – virale Effekte nutzen! Das zeigte auch ein Best Practice von Mark Mätschke, Social-Media-Beauftragter des Chemieparkbetreibers Currenta. Nach dem erfolgreichen Launch der CHEMPARK-Facebookseite wollte das Team mehr „Liker“ insbesondere aus der Nachbarschaft auf der Seite versammeln. Die Idee: Nachbarn und Mitarbeiter sollten bei der jährlichen Spendenaktion „NachbarSchafft Hilfe“ aktiv einbezogen werden, indem Sie über eine Facebook-Anwendung darüber abstimmten, welche Vereine eine Spende erhalten sollten. Die Zahl der Liker stieg schlagartig.

Rechtliche Fallstricke

Im Social Web bewegen sich User und Unternehmen schneller in einer rechtlichen Grauzone als gedacht. Manchmal ist die Schmähkritik nur einen Klick entfernt. Das erläuterte Dr. Tobias Gostomzyk von der TU Dortmund an einem Beispiel: In der Facebook-Gruppe „Daimler-Kollegen gegen Stuttgart 21“ wurde unter Anderem Daimler-Chef Dieter Zetsche als „Spitze des Lügenpacks“ bezeichnet. Mitarbeiter des Unternehmens stimmten dieser Schmähkritik mit Klick auf den „Like-Button“ zu. Ein Vorgang der rechtlich so zu werten ist, als hätten sie selbst die Äußerung gepostet. Damit begaben sie sich aus juristischer Sicht auf einen schmalen Grat. Doch: Geht man nun gegen diese Mitarbeiter auch rechtlich vor? Nein. Sie wurden nur darauf aufmerksam gemacht, dass sie gegen interne Vereinbarungen verstoßen hatten.

Umso wichtiger ist es jedoch für Unternehmen, dass sie in Social Media Guidelines festlegen, was sie sich von Mitarbeitern wünschen und sie im Umgang mit dem Social Web schulen.

Social Media Guidelines: Authentizität ist gefragt

Wie ein Unternehmen seine Social Media Guidelines ausgestaltet, da waren sich alle Mitglieder des Arbeitskreises einig, ist ihm selbst überlassen. Generell gilt: Im Social Web ist Authentizität gefragt. Darum sollten auch die Guidelines zum Unternehmen und dessen Kultur passen.  Das Unternehmen Datev zum Beispiel gibt seinen Mitarbeitern nicht nur Social Media Guidelines an die Hand. In Schulungen sorgen die Kommunikatoren des Unternehmens auch dafür, dass alle Mitarbeiter Medienkompetenz im Umgang mit Social Media erlangen, wie Stephanie Ristig-Bresser, ars:scribendi, zu berichten wusste. Ein Bitkom Whitepaper zu Social Media Guidelines zeigt die wichtigsten Eckpunkte im Überblick.

Wer übrigens testen möchte, wie firm er in rechtlichen Fragen zum Thema Social Media ist, sollte sich dieses Quiz vom „Spiegel“ nicht entgehen lassen. 

 Interessante Links zum Thema:

 

Sandra Hackurtz
E-Mail
 

Berichterstattung in Zeiten der Krise

Hans Memling: Das Jüngste Gericht // Quelle: Wikipedia

Hans Memling: Das Jüngste Gericht // Quelle: Wikipedia

Fast jeden Tag prasseln neue Hiobsbotschaften auf uns ein: Anfang Dezember veröffentliche die FTD ein Dossier zum Euro-Sündenfall: „Europa am Abgrund“ hieß es und skizzierte das Worst-Case-Szenario eines baldigen Endes der Gemeinschaftswährung, schaurig bebildert mit dem Triptychon „Das Jüngste Gericht“ von Hans Memling.

Sind wir von den Horrorgeschichten aus der Wirtschaft abgestumpft? Empfinden wir Finanz-, Wirtschafts-, Verschuldungs-, Eurostaatenkrise zunehmend als Paralleluniversum? Mitnichten, die Ergebnisse einer Gemeinschaftsstudie der Universität Hohenheim und der ING-DiBa AG zeigen: Den Bürgern ist klar, dass die aktuellen Probleme rund um Euro und Staatsverschuldung nicht spurlos an Deutschland vorüberziehen werden. Eine deutliche Mehrheit der Befragten glaubt, dass die Krise uns noch lange beschäftigen wird (91 %) und ihr Höhepunkt noch nicht überschritten ist (70 %). Auch die persönliche Betroffenheit des Einzelnen ist hoch. Die Krise wird keinesfalls nur als Problem der internationalen Finanzmärkte wahrgenommen.

An Problembewusstsein mangelt es also nicht – umso mehr jedoch an Vertrauen. Weder den Verantwortlichen (Bundestag, EZB, Wirtschaftsakteuren etc.) noch den Berichterstattern schenken die Deutschen ihr Vertrauen. Zwar glauben die Bürger mehrheitlich, dass dem Thema in den Medien die nötige Aufmerksamkeit geschenkt wird (64 %). Jedoch trauen sie weder den präsentierten Fakten (41 %) noch den journalistischen Kommentaren (41 %). Es gibt allerdings auch Positives: Mehr möchten die Bürger bzw. Entscheider in der Wirtschaft über den Einfluss von Unternehmen auf Politik und Gesellschaft wissen (48 % bzw. 58 %) sowie über den reziproken Einfluss auf die Wirtschaft (43 % bzw. 46 %).

Gerade in der Krise ist es für Kommunikatoren wichtig, Wirtschaftsthemen gesamtheitlich zu denken. Nicht mehr die an der BWL orientierte Einzelbetrachtung eines Unternehmens, sondern die an der VWL orientierte Analyse von wirtschaftlichen Zusammenhängen muss im redaktionellen Mittelpunkt stehen. Wirtschaft ist eben kein Biotop, das losgelöst von politischen, sozialen und gesellschaftlichen Bezügen betrachtet werden kann. Wer diese verbreiterte Medienagenda richtig nutzt, wird im Kampf um öffentliche Unterstützung erfolgreicher sein.

Jörg Dörwald
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Crowdfunding – Investieren 2.0

Crowdfunding

Quelle: Shutterstock

Kreative haben es nicht leicht – insbesondere, wenn kaum jemand weiß, wie kreativ sie sind. Dann wird oft die Finanzierung zur unüberwindbaren Hürde, die auch genialste Ideen im Keim erstickt. Schade eigentlich.

Crowdfunding lässt Visionen Realität werden: Über Plattformen wie Startnext, pling oder mySherpas investiert die Internetgemeinde in alles, was ihr gefällt: Musik- oder Film-Produktionen, Konzerte, soziale Projekte oder Veranstaltungen – oder besser gesagt: in den guten Willen des Anbieters, diese auf die Beine zu stellen. Nur wenn das Projekt innerhalb einer bestimmten Zeit genügend Investoren findet, zahlen die digital supporter tatsächlich ihren Beitrag und das Projekt wird realisiert. Oft sind die Investoren auch gleich die ersten Kunden: Als Prämie erhalten sie handsignierte DVDs oder CDs von Newcomern, Namensnennungen im Abspann von mitfinanzierten Filmen, Eintrittskarten oder Backstage-Pässe.

Wer die Schwarmfinanzierung für seine Projekte nutzen möchte, der muss elektronisch trommeln können: Erst durch die Weiterleitung des Links über Mails, soziale Netzwerke, Twitter etc. füllt sich der virtuelle Spendentopf. Und wer´s klug anstellt, vernetzt seine Profile und sammelt auf diese Weise nicht nur Gelder, sondern gleich auch zusätzliche Fans auf Facebook, MySpace etc.

Crowdfunding kann den Markteintritt erleichtern – es gilt jedoch das Alles-oder-Nichts-Prinzip: Nur wer den Schneeball ins Rollen bringt und die benötigte Summe für sein Projekt vollständig einsammelt, bekommt diese auch ausgezahlt. Wer das nicht schafft, kriegt nichts – die logische Konsequenz, wenn es dem Projekt oder dem Anbieter an der notwendigen Überzeugungskraft fehlt.

Nur etwas für Künstler und Weltverbesserer? Von wegen: Kürzlich hat sich das erste deutsche Startup-Unternehmen über die Crowd finanziert.

Anke Bihn
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B2B-Unternehmen entdecken das Social Web

Quelle: Shutterstock

Auf welcher Facebook-Seite eines Unternehmens haben Sie zuletzt den „Gefällt mir“-Knopf gedrückt? Wahrscheinlich verkauft dieses Unternehmen Produkte an Endverbraucher – Autos, Schokoriegel oder fair-gehandelten Kaffee!? Wir denken schnell, dass hauptsächlich B2C-Unternehmen in sozialen Medien aktiv sind. Doch B2B wacht langsam auf …

Search Engine Optimization (SEO): Gefunden werden!
Für jedes Unternehmen ist es wichtig, in den Suchmaschinen auf der ersten Seite zu stehen und über die richtigen Schlagwörter gefunden zu werden. Accounts und Beiträge auf Social Media Platformen erscheinen in Suchergebnissen ganz weit vorne. Vor allem werden in Zukunft Google+ Aktivitäten stark in die Suchergebnisse des Suchmaschinen-Imperiums von Google einbezogen.

Kundenfeedback: Den Dialog mit dem Kunden suchen
Fundiertes Kundenfeedback ist Gold Wert – natürlich auch für B2B-Unternehmen. Echter Dialog zwischen Unternehmen und Kunden steigert die Transparenz und Authentizität. Produktinnovationen entwickeln sich oft aus konkreten Kundenwünschen. Um im Social Web erfolgreich zu sein, ist eine dialogorientierte Unternehmenskultur eine Grundvoraussetzung.

B2B-Kunden sind auch Social Media interessiert
Auch Mitarbeiter im B2B-Bereich informieren sich im Internet über potentielle neue Produkte und suchen neue Geschäftskontakte. Eröffnen Sie Ihren (potentiellen) Kunden einen weiteren direkten Kanal zur Kommunikation. Finden Sie heraus, wo sich ihre Kunden im Social Web unterhalten.

Employer Branding: Der moderne Arbeitgeber
Es wird immer schwieriger, qualifizierte Fachkräfte zu finden. Für viele Bewerber ist es ein wichtiges Kriterium, ob das Ziel-Unternehmen einen modernen Internetauftritt hat und damit professionell und zukunftsbewusst umgeht. Recruiting-Kampagnen im Social Web sind derzeit angesagt – vorzugsweise über Facebook und Youtube, eben dort, wo sich Fachkräfte von morgen heute aufhalten.

Zukunftsorientiert nach vorn
Im Zuge des globalen Medienhypes von Social Media ist „mit dabei zu sein“ auch immer ein Stück Prestigearbeit: Das Unternehmen präsentiert sich modern und zukunftsfähig. Ich bin überzeugt, dass sich das Social Web – anders als “Second Life” – nicht in Luft auflösen wird. Auch wenn einzelne Anbieter vom Markt verschwinden, kommen immer neue nach auf dem Weg ins Web 3.0 und Web 4.0.

Monitoring: Wer redet wo über mich?
Auch wenn sich Ihr Unternehmen entscheidet, vorerst keine eigenen Präsenzen im Social Web aufzubauen, sollten Sie zumindest sehen, was andere über das eigene Unternehmen oder Produkte sagen. Hier ist Social Media Monitoring, auch mit Unterstützung durch ein entsprechendes Tool, absolute Pflichtaufgabe.

DELL als Best Practice Modell
Der Computerhersteller DELL, als Beispiel für ein B2B2C-Unternehmen, gilt seit Jahren als bestes Beispiel im Social Web. Bekannt ist hier die Crowdsouring-Community „Ideastorm“: DELL bietet seinen Kunden mit Ideastorm schon seit 2007 eine Plattform an, auf der sie sich über DELL-Produkte austauschen.  Zudem motiviert DELL seine Kunden, eigene Produktideen online einzureichen. Dieses Konzept ist heute auch bei anderen Unternehmen sehr erfolgreich – z. B. bei Starbucks. Womit wir wieder beim Kaffee wären.

Ansgar Harmeier
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Targobank: So geht Social Media heute ?!

Networking Nite zu Social Media im Finanzbereich

Networking Nite zu Social Media im Finanzbereich

Einige Banken bewegen sich bereits im Social Web. Vorne mit dabei: die Targobank. Pressesprecherin Tanja Janz stellte bei der Networking Nite vor, wie sie die Social Media Aktivitäten der Bank strategisch plant und operativ umsetzt.

Ziele: eine starke Marke, moderner Kundenservice und Employer Branding

Die Targobank nutzt bisher hauptsächlich Facebook und Youtube, weitere soziale Plattformen sollen folgen.

  • Einige Beispiele von erfolgreichem Kundenservice auf der eigenen Facebook-Seite zeigten schnell: Der persönliche Dialog mit den Kunden steht im Mittelpunkt – und das kommt gut an. Insbesondere dann, wenn die Bank auch auf Beschwerden schnell und transparent reagiert.
  • Viele Bewerber nutzen Facebook, um sich über die Targobank und den Bewerbungsprozess zu informieren. Im Rahmen des Employer Branding demonstriert die Targobank dem Nachwuchs unmittelbare Wertschätzung: Wir sind dort, wo auch Du aktiv bist.
  • Schließlich ist die Targobank eine sehr junge Marke. Da ist es natürlich wichtig, alle Kanäle zu bespielen und
    Tanja Janz, Pressesprecherin der Targobank

    Tanja Janz, Pressesprecherin der Targobank

    möglichst präsent zu sein, um die Markenbekanntheit und das Image zu stärken. Mit der Facebook-Community werden deshalb nicht nur Fragen zu „trockenen“ Finanzthemen diskutiert, sondern auch andere Aktivitäten eingebunden – zum Beispiel, das große Targobank Laufevent in Duisburg.

Mit über 6.900 Facebook-Fans und durchaus positivem Feedback sind Janz und ihr Social Media Team sehr erfolgreich.

Networking Nite Düsseldorf: Mitmachen!

Die Düsseldorfer Networking Nite bietet allen Interessierten und vor allem Berufseinsteigern regelmäßig die Möglichkeit, sich auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. In der Regel beginnt der Abend mit einem Fachvortrag über ein aktuelles und spannendes Thema. Der Veranstaltungsort wechselt dabei im Raum Düsseldorf. Die Networking Nite fand diesmal bei JP│KOM statt.

Ansgar Harmeier
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Social Media Monitoring: Wie finde ich das passende Tool?

Social Media wird auch im Jahr 2012 ein Top-Thema bleiben. Die Evaluation von (PR-) Maßnahmen im Bereich Social Media ist allerdings nicht so einfach. Alle suchen nach dem perfekten Tool, das die Informationsflut strukturiert und auswertet. Eine sehr gute Übersicht über Tools für die Beobachtung und Analyse von Social Media liefert Medienbewachen.de.

In der einfachen Form eines Wikis werden hier nach und nach alle relevanten Anbieter von Social Media Monitoring Tools aufgenommen. Besonders hilfreich sind Screenshots der jeweiligen Benutzeroberflächen, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen, ohne eine Testversion des Tools installieren zu müssen.

Wiki für Social Media Monitoring Tools

Quelle: Medienbewachen.de

Eine rein quantitative Auswertung von Social Media Aktivitäten, wie z. B. die Anzahl der Facebook Fans oder Twitter Follower, ist schon bald zu wenig. In Zukunft geht es darum, Tools zu verwenden die beispielsweise auch die Stimmung und den genauen Inhalt eines Beitrags analysieren können. Negativ, neutral und positiv sind nur noch die Oberkategorien.

Bereits heute lässt sich Kundenfeedback auf Social Media Channels z. B. der Kategorie „leicht verärgert“ zuordnen. Die Technologie ist aber noch nicht allwissend und so braucht etwa die Analyse von ironischen Beiträgen immer noch den Menschen. Dennoch ist ein gut funktionierendes Social Media Monitoring Basis-Tool Pflicht für jedes Unternehmen – auch wenn es selbst noch gar nicht aktiv auf Facebook, Twitter, Youtube oder Google + ist.

Kunden und potentielle Kunden unterhalten sich im Social Web – auch über Ihr Unternehmen. Wir sollten Ihnen zuhören!

Ansgar Harmeier
E-Mail vCard Xing
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