Ob Wiki, Forum oder Ideengarten, an sozialen Medien kommt heute in der internen Kommunikation kaum ein Unternehmen vorbei. Was die neuen Kanäle dem Unternehmen bringen, diskutierten letzte Woche Referenten und Gäste der K2-Tagung Interne Kommunikation in Köln. Alle reden mit – schön wär’s! Das Web 2.0 ist selten ein Selbstläufer. Wie schaffen wir es, dass möglichst viele Mitarbeiter mitmachen?
Spielerisch! „Gamification“ lautete eine Antwort von Keynote-Speaker Sean McNiven, Head of Communications Innovation and Technology bei SAP. Nach dem Motto „Spiel, Spannung und Informationen“ nutzt SAP den Spieltrieb der Mitarbeiter, um Wissen zu vermitteln und Beteiligung zu fördern – mit Erfolg.
Warum wir Spielkinder sind

SAP Rocketeer: Wer die Rakete richtig abfeuert, lernt mehr über das Unternehmen. (Quelle: enterprise-gamification.com)
Wenn der animierte Walldorfer Supermario von Wolke zu Wolke springt, poppen Fakten zum Unternehmen auf. Bei „Rocketeer“ erfährt das Spielkind im Mitarbeiter durch das Abfeuern von Raketen mehr über die SAP-Highlights des Jahres. Was motiviert einen Teamleiter trotz vollem Schreibtisch mit Kollegen um Punkte zu wetteifern? „SAPS“ – Status, Access, Power, Stuff – brachte McNiven die Formel hinter dem Erfolg der Spielerei auf den Punkt. Punktestand und Status sind im sozialen Firmennetz für andere sichtbar.
Derselbe Belohnungsmechanismus motiviert bei SAP zum Mitmachen im internen Web 2.0. Für jeden Beitrag, jeden Kommentar gibt es Punkte. So kann sich die „New Bee“ bis zum „Collaboration Hero“ hocharbeiten. Status kann aber auch eine im Netz öffentliche Wertschätzung durch Vorgesetzte und Kollegen sein.
Arbeitet der „Collaboration Hero“ noch?
„Haben die zuviel Zeit?“, fragten manche Teilnehmer bei all der Spielerei. Hat der „Collaboration Hero“ noch Zeit für seine eigentlichen Aufgaben? Offensichtlich. Die Produktivität im Unternehmen kann sogar steigen. Eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey hinterlegt das Potenzial interner Social Media mit Zahlen: 30 % besserer Zugang zu Informationen, 30 % schnellerer Zugang zu internen Experten, 20 % höhere Mitarbeiterzufriedenheit.
Ernst machen mit der Spielerei
Informationsvermittlung und Wissensaustausch sind nur zwei Beispiele, wie Spielmechanismen die interne Kommunikation unterstützen können. Interessant ist, wozu der Spieltrieb motivieren kann, wenn es ernst wird, zum Beispiel in der Veränderungskommunikation. Welche Dynamik entfaltet Gamification, wenn Mitarbeiter mit Papierbooten Herausforderungen im Unternehmensumfeld umschiffen oder in einer Rallye das neue Leitbild erkunden? Wer nicht darüber nachdenkt, verspielt vielleicht eine Chance.


















